Andalusien
Die Heimat des Flamenco
Die südlichste und zugleich bevölkerungsreichste von Spaniens 17 autonomen Gemeinschaften auf der
Iberischen Halbinsel grenzt im Norden an die Extremadura und Kastillien-La Mancha, im Osten an Murcia,
im Süden an das Mittelmeer, das britische Überseegebiet Gibraltar sowie den Atlantischen Ozean und im
Westen an das Nachbarland Portugal.
Andalusien selbst ist wiederum in acht Provinzen unterteilt: Huelva, Sevilla, Cádiz, Córdoba, Málaga,
Jaén, Granada und Almería.
Andalusiens Hauptstadt ist Sevilla.
Tarifa ist Andalusiens und gleichzeitig auch Europas südlichste gelegene Stadt und getrennt durch die
Straße von Gibraltar nur 14 Kilometer von Afrika entfernt.
Dadurch, daß Andalusien in der Vergangenheit oft und verbittert umkämpft war, sind heute noch die vielen
kulturellen Einflüsse insbesondere der Römer und Araber überall im Land, vor allem in der Architektur zu
entdecken.
Besonders bekannt ist Andalusien für seine Musik und den Flamenco.

Fläche: 87.268 km²
Einwohner: 8.414.240 (Stand: 01. Januar 2019)
Sprachen: In dieser Region wird der spanische Dialekt „Andalusisch“ gesprochen, der selbst für Spanier aus anderen Regionen oft nur schwer zu verstehen ist.
Angrenzende Autonome Gemeinschaften, Länder und Gebiete: Im Norden grenzt Andalusien an Kastilien-La Mancha und an die Extremadura, im Osten an Murcia, im Süden an das Mittelmeer, das britische Überseegebiet Gibraltar und den Atlantischen Ozean und im Westen an Portugal.
Klima: Mit seinen 320 Sonnentagen im Jahr und einer Durschnittstemperatur von gut 20 °C zählt Andalusien zu den wärmsten Regionen Europas.
Die Wintermonate sind sehr mild. Wer einen schwachen Kreislauf oder sehr helle Haut hat, sollte seinen Aufenthalt daher nicht in die Hochsommermonate legen.
Provinzen:
Andalusien setzt sich aus acht Provinzen zusammen, die alle den Namen ihrer jeweiligen
Hauptstadt tragen:
Die Provinz Sevilla trägt denselben Namen, wie ihre am Fluß Guadalquivir gelegene Hauptstadt,
die auch die Hauptstadt von ganz Andalusien ist.
Sie ist die viertgrößte Stadt Spaniens und wurde laut einer Legende von dem griechischen, antiken Helden
Herakles gegründet.
In der Provinz Granada liegt ca. 50 km östlich der gleichnamigen Hauptstadt der Ort Guadix, der für
seine Höhlenwohnungen bekannt ist, die in das weiche Kalktuffgestein gegraben wurden.
Die Provinz Jaén lockt den Reisenden mit vielen schönen Naturparks und gut erhaltener
mittelalterlicher Burgen.
Huelva ist die westlichste Provinz Andalusiens.
Die Gegend rund um den Ort Lepe unweit der Atlantikküste ist das Zentrum des europäischen Erdbeeranbaus.
In der Provinz Cádiz, auf dem Gemeindegebiet der Stadt Tarifa, lohnt sich ein Besuch des Ortes
Baelo Claudia, eine gut erhaltene römische Stadt mit antiker Fischsoßenfabrik, dem Ketschup der Antike.
Die große Hauptattraktion der Region Córdoba ist die gleichnamige Hauptstadt selbst mit der
Mezquita und dem angrenzenden maurisch-jüdischen Viertel „Judería“.
Aber auch die umliegenden Ortschaften locken den Reisenden mit entweder barockem oder maurischem Charme.
In der Provinz Almería thront auf einem Hügel über der Hauptstadt die maurische Festung Alcazaba.
Sehenswert ist auch die Sierra Nevada, das höchste Gebirge der Iberischen Halbinsel.
In ihrem Nationalpark tummeln sich Steinböcke und Wildschweine.
In der Provinz Málaga lässt sich viel entdecken.
In vielen ihrer Städte haben die Römer, Westgoten und Mauren vor Jahrtausenden ihre Spuren hinterlassen.
Auch die Natur ist sehenswert und lockt mit Naturparks und Gebirgen zum Wandern.
Großstädte:
Die größten Städte sind die Hauptsstädte der jeweiligen gleichnamigen Provinzen:
Sevilla, die Hauptstadt Andalusiens hat eine bewegte Geschichte.
Römer und Phönizier siedelten hier bereits bevor die am großen Fluß Guadalquivir gelegende Stadt später
maurisch wurde.
Granada, die letzte Hauptstadt der Mauren bis 1492 ist der Sitz der berühmten Alhambra,
dem maurischen Herrscherpalast, der zum weltkulturetrbe ernannt wurde.
Auch Málaga hat einen maurischen Herrscherpalast, die Alcazaba, eine schöne Altstadt und eine
große Kathedrale zu bieten.
Der berühmteste Sohn der Stadt war Pablo Picasso.
Córdoba wurde einst von den Iberern gegründet, von den Römern besetzt und von Westgoten und
Byzantinern erobert.
Sehenswert ist die große Moschee-Kathedrale „Mezquita“ sowie das umliegende Altstadtviertel.
Jaén ist auch bekannt als „Welthauptstadt des Olivenöls“, die jährlich 200.000 Tonnen Olivenöl
produziert.
Cádiz gilt als eine der ältesten Städte Westeuropas, die wahrscheinlich von phönizischen Händlern
als Warenumschlagplatz und Militärposten gegründet wurde.
InAlmería gibt es die maurische Festung „Alcazaba“, die festungsartig gebaute Kathedrale
„Iglesia Catedral de Nuestra Señora de la Encarnación“, die Iglesia de Santiago, eine Kirche aus
dem 16. Jahrhundert, die Stierkampfarena und den alten Bahnhof zu bestaunen.
Die Hafenstadt Huelva war schon vor 3.000 Jahren ein bedeutendes Handelszentrum und unterhielt
intensieve Geschäftsbeziehungen mit anderen Häfen des westlichen Mittelmeeres.
Sicherheit: Man kann sich in Andalusien vergleichbar sicher fühlen wie in deutschen Städten.
Respekt: Die Spanier, ganz egal aus welcher Region sie kommen, sind als sehr gastfreundlich und
zuvorkommend bekannt.
Als einem vom Stolz geprägtem Volk sollte man ihnen immer mit Respekt begegnen.
Sitten und Gebräuche: Einige Traditionen existieren in Andalusien bereits seit der Antike.
Zu den populärsten Festen gehört zum Beispiel der Karneval.
Der Größte und Bekannteste ist der Karneval von Cádiz.
Das wichtigste religiöse Fest ist die „Semana Santa“ - die Karwoche.
Der Flamenco entstand ebenfalls in dieser Region, vermutlich im 16. Jahrhundert.
Und dann gibt es da noch den auch bei den Spaniern sehr umstritten Stierkampf.
Mancherorts wird diese Tradition noch gepflegt, andern Orts ist er bereits verboten.
Sehenswertes:
Nationalparks:
Parque Natural Cabo de Gata-Níjar: Im Naturpark am Meer herrscht ein Klima wie in den Randzonen
der Sahara und erklärt das wüstenhafte Aussehen der Landschaft.
Das Gebiet ist touristisch vergleichsweise unerschlossen und bietet unverbaute Strände, die man sonst so
nicht mehr an der Costa del Sol findet.
Sierra Nevada: Die Gebirgskette südlich von Granada beherbergt mit dem Mulhacén (3482 Meter) den
höchsten Berg der iberischen Halbinsel.
Der Kern dieses Gebietes ist durch den Nationalpark Parque Nacional de la Sierra Nevada geschützt.
Sierra de Grazalema: Ein Naturpark in der Nähe von Ronda mit einigen der berühmten weißen Dörfer
(pueblo blanco), wie z. B. Zahara de la Sierra.
Im Naturpark kann man Gänsegeier beobachten.
El Torcal: Ein Naturpark in der Nähe von Antequera.
Hier sieht man Kalksteinformationen, die skurrile Formen gebildet haben.
Sierra de las Nieves: Ein Naturpark in der Nähe von Ronda.
Montes de Malaga: Ein Naturpark in der Nähe von Málaga.
Los Alcornocales: Ein Naturpark in der Nähe von Algeciras mit Eichen und Korkeichen.
Sierras Subbéticas: Ein Naturpark zwischen Granada und Córdoba.
Sierra Mágina: Ein Naturpark in der Nähe von Jaén.
La Donana: Ein Naturpark in der Nähe von Sevilla, ein Vogelparadies.
Sierra de Cazorla: Der größte Naturpark Andalusiens in der Nähe von Jaén.
Küstenregionen:
Von West nach Ost:
Costa de la Luz am Atlantik
Costa Gaditana an der Südspitze Spaniens
Costa del Sol im Mittelmeer, in der Provinz Málaga
Costa Tropical in der Provinz Granada
Costa de Almería in der gleichnamigen Provinz
Weitere Naturschönheiten:
Laguna de la Fuente de Piedra: Eine Süßwasserlagune mit Tausenden Flamingos in der Nähe von
Antequera.
Cueva de la Pileta: Eine Tropfsteinhöhle mit gut erhaltenen prähistorischen Zeichnungen in der
Nähe von Ronda.
Cuevas de Nerja: Tropfsteinhöhlen bei Nerja in der Nähe von Málaga.
El Chorro: Eine Felsschlucht zwischen Málaga und Antequera nahe dem Stausee von Guadalhorce.
Punta Paloma: Große Sanddüne am Atlantik nördlich von Tarifa.
Cabo de Gata: Ein Naturpark und einer der letzten unverbauten Küstenabschnitte Spaniens
Sierra de Grazalema: Ein Naturpark mit Gebirgszug im Westen Andalusiens mit bis zu 1.654 m am
Gipfel des Torreón.
Beliebt sind auch die so genannten „Churros“. Das sind frittierte Kringel aus Pfannkuchenteig, die zum Teil in Schokolade getaucht werden.
Allgemein ist die andalusische Küche von der Nähe zu Mittelmeer und Atlantik geprägt: frischer Fisch und Meeresfrüchte werden in allen Variationen zubereitet.
Desweiteren existiert auch in Andalusien eine reichhaltige „Tapa“-Kultur: kleine, kalte oder warme Snacks, die hauptsächlich in der heißen Mittagszeit genommen werden.
Andalusien ist auch bekannt für seinen Sherry (benannt nach der andalusischen Stadt „Jerez“), und für seine Traubenart „Palomino“, aus der der Sherry hergestellt wird.
Grafik: Andalusien-Umriss in Nationalfarben
Bild: Wappen Andalusien
Miguillen, Public domain, via Wikimedia Commons
Bild: Karte Provinzen Andalusien
Tschubby, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons